BR-Enthüllung zeigt Soft2Bet als Infrastrukturanbieter für rund 120 illegale Online-Casinos
Geschrieben von Ines Wolf · 14.8.2026

BR-Enthüllung zeigt Soft2Bet als Infrastrukturanbieter für rund 120 illegale Online-Casinos

Ein investigativer Bericht des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit Investigate Europe deckt auf, dass der auf Zypern und Malta ansässige Betreiber Soft2Bet, gegründet von Uri Poliavich, die technische Infrastruktur für etwa 120 nicht lizenzierte Online-Casino-Seiten bereitstellt, die deutschen Spielern zugänglich sind, darunter Marken wie Wazamba und Rabona, während interne Dokumente Einnahmen von über 600 Millionen Euro aus diesen Operationen zwischen 2020 und 2024 belegen und Similarweb-Daten allein im Mai 2026 rund acht Millionen Zugriffe aus Deutschland verzeichnen.
Details der gemeinsamen Recherche
Die Sendung Tagesschau und weitere Medienpartner haben die Ergebnisse der Untersuchung im August 2026 veröffentlicht, wobei die Reporter interne Unterlagen, Serverdaten und Nutzungsstatistiken ausgewertet haben, die zeigen, wie Soft2Bet Plattformen für Casinos ohne deutsche Lizenz betreibt und damit gegen den Glücksspielstaatsvertrag verstößt, während die Seiten oft ohne ausreichende Spielerschutzmechanismen agieren und aggressive Werbestrategien einsetzen, die insbesondere unerfahrene Nutzer ansprechen.
Behörden und Ermittler stießen auf Verbindungen zwischen Soft2Bet und den genannten Marken, die trotz fehlender Zulassung in Deutschland über deutsche IP-Adressen erreichbar blieben und Transaktionen in großem Umfang abwickelten, wobei die Recherche-Teams Kontobewegungen und Zahlungsströme nachverfolgten, die auf systematische Umgehung nationaler Regulierungen hinweisen.
Finanzielle Dimensionen und Nutzerzahlen
Zwischen 2020 und 2024 generierte das Netzwerk laut den beschlagnahmten Unterlagen Einnahmen von mehr als 600 Millionen Euro, die hauptsächlich aus illegalen Aktivitäten stammten, und Similarweb-Analysen ergaben für Mai 2026 allein etwa acht Millionen Seitenaufrufe aus Deutschland, was auf eine anhaltend hohe Nachfrage trotz der rechtlichen Lage schließen lässt, während die Plattformen gleichzeitig keine verlässlichen Alterskontrollen oder Limits für Spielverluste implementierten.

Beobachter der Glücksspielbranche haben festgestellt, dass solche Anbieter häufig auf Offshore-Strukturen setzen, um Regulierungen zu umgehen, und die BR-Dokumente belegen, wie Soft2Bet Serverkapazitäten und Softwarelösungen für die fraglichen Casinos bereitstellte, was zu einer breiten Verfügbarkeit führte, obwohl deutsche Behörden wiederholt auf die Notwendigkeit strikter Kontrollen hingewiesen haben.
Auswirkungen auf den Spielerschutz
Die betroffenen Seiten zeichneten sich durch fehlende Schutzvorkehrungen aus, etwa in Bezug auf verantwortungsvolles Spielen oder Selbstsperren, und nutzten gleichzeitig aggressive Marketingtaktiken, die in der Recherche als besonders problematisch hervorgehoben wurden, weil sie gezielt auf deutsche Nutzer abzielten und hohe Einsätze förderten, ohne Rücksicht auf potenzielle Risiken für die Spieler.
Experten der Medienkooperation haben außerdem auf Verbindungen zwischen den Plattformen und internationalen Zahlungsdienstleistern hingewiesen, die Transaktionen ermöglichten, obwohl die Casinos selbst keine gültige deutsche Erlaubnis besaßen, und diese Strukturen führten zu erheblichen Umsätzen, die nun Gegenstand weiterer Ermittlungen sind.
Rechtliche und regulatorische Konsequenzen
Deutsche Aufsichtsbehörden prüfen auf Basis der BR-Ergebnisse weitere Schritte gegen die beteiligten Firmen, und die Berichte zeigen, dass Soft2Bet trotz der Malta- und Zypern-Registrierung keine gültige Lizenz für den deutschen Markt besaß, was die Reichweite der illegalen Angebote unterstreicht, während Nutzerdaten aus dem Mai 2026 die anhaltende Popularität verdeutlichen.
Zusammenfassung
Die BR-Recherche mit Investigate Europe liefert konkrete Belege für die Rolle von Soft2Bet bei der Bereitstellung von Infrastruktur für nicht autorisierte Online-Casinos, stützt sich auf interne Dokumente mit über 600 Millionen Euro Umsatz und erfasst acht Millionen deutsche Zugriffe im Mai 2026, was die Dimension der illegalen Aktivitäten und die Notwendigkeit verstärkter Kontrollen unterstreicht. Den vollständigen Bericht hier lesen.